Wie strategisch darf eine IT-Strategie sein?

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Der Informationstechnologie (IT) kommt in einem hochdynamischen Unternehmensumfeld zentrale Bedeutung zu. Effiziente Prozessabläufe, eine schnelle Übernahme von Innovationen, eine grössere Nähe zu den Kunden sind heute ohne IT undenkbar. Die oft gestellt Frage nach dem Wertbeitrag der IT erübrigt eigentlich. Dennoch steht die Fragen von Kosten und Nutzen dauerhaft im Fokus. Durch­schnittlich sind ca. 25% aller IT-Ausgaben umsonst. Ein wesentlicher Grund liegt in der unzureichenden Kommunikation zwischen IT- und der Fachabteilungen. Eine Lösung bietet die IT-Strategie. Sie bildet die Verbindung zwischen IT-, fachbereichs- und unternehmensstrategischen Zielen.

 

Eine IT-Strategie ist kein Selbstzweck

Oft reduzieren sich IT-Strategien auf IT-Bebauungspläne oder visionär-generische Aussagen.  Beide Ansätze bieten keinen Mehrwert und es stellt sich die Frage, was eine gute IT-Strategie ausmacht. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen strategischem Anspruch und operativer Um­setzbarkeit herzustellen. Die IT-Strategie gibt dazu vor, auf welche Weise die Unternehmensziele durch die IT unterstützt werden. Sie ist somit aktiver Teil der Unternehmensgesamtstrategie und un­terliegt einem iterativen Prozess.

 

Die grundlegenden Fragen einer IT-Strategie

Grundsätzlich muss eine IT-Strategie Antworten auf die folgenden Fragen geben:

  • Welche Ziele sollen durch die IT verfolgt werden?
  • Wann und durch wen sollen diese Ziele erreicht werden?
  • Welcher Sollzustand wird angestrebt?
  • In welchen IT-Bereichen besteht Handlungsbedarf?
  • Welche Handlungsoptionen gibt es?
  • Wie kann der Grad der Zielerreichung gemessen werden?


Der IT-Strategiebildungsprozess

Die Strategiebildung erfolgt in fünf Schritten:

1. Erfassung der Unternehmensziele:

Welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele verfolgt das Unternehmen?

2. Analyse der Ist-Situation der IT:

Wo steht die IT des Unternehmens heute? Durchführung einer SWOT-Analyse

3. Entwicklung eines IT Soll-Zustandes:

Wie muss sich die IT des Unternehmens entwickeln, um die Unternehmensziele sinnvoll unterstützen zu können?

4. Strategie-Umsetzung:

Wie soll der IT Soll-Zustand erreicht werden?

5. Nachbetreuung, Controlling:

Wurden die Ziele entsprechend der Planung erreicht?


Strategische Positionsbestimmung

Die strategische Positionsbestimmung der eigenen IT sollte auf Basis eines Zehn-Punkte-Plans erfolgen:

1. Unternehmensstrategie:

Unterstützt die IT die Unternehmensstrategie in angemessener Weise?

2. Geschäftsprozesse:

Werden die Geschäftsprozesse optimal durch die IT unterstützt?

3. Applikationsstrategie:

Welche Anwendungen unterstützen die Anforderungen der Ge­schäftsbereiche, wo kommen Standard- und wo Individuallösungen zum Einsatz?

4. Software-Entwicklung:

Welche Lösungen werden auf Basis welcher Standards selbst ent­wickelt und wie werden die Selbstentwicklungen dokumentiert?

5. Sourcing-Strategie:

Was sollte intern und was extern betrieben werden?

6. Investitionsstrategie:

Wo soll und muss wie viel investiert werden und mit welcher Priori­tät?

7. IT-Infrastruktur:

Welche Produkte sollen zu welchem Zweck eingesetzt werden und welche Schnittstellen haben die unterschiedlichen Systeme?

8. Innovation:

Welche Innovationen unterstützen die Geschäftsbereiche und nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt und umgesetzt?

9. Organisation & Governance:

Sind der IT-Bereich und die IT-Prozesse optimal organisiert und verfügen die IT-Mitarbeiter über die notwendigen Qualifikationen?

10. Controlling:

Welche Key-Performance-Indikatoren sollen zur Steuerung und Messung verwendet werden?

 

Geschäftsprozesse als konkreter Ansatzpunkt einer IT-Strategie

Die IT-Strategie sollte auf den Geschäftsprozessen eines Unternehmens aufbauen. Eine von den Ge­schäftsprozessen losgelöste IT-Strategie birgt das Risiko inadäquater Vorgaben. Der Bezug auf die Geschäftsprozesse bedingt, dass das IT-Management das Geschäft der Fachabteilungen versteht. Der CIO wird hierdurch zunehmend auch zum Business Analysten, um richtige IT Entscheidungen treffen zu können.

 

Präzise Ziele definieren

Häufig sind die strategischen IT-Ziele nicht präzise genug definiert, um konkrete Massnahmen und Vorgehensweisen abzuleiten. Um eine Operationalisierbarkeit herzustellen, sollte von der strategi­schen IT-Planung konsequent auf Programme und Projekte abgeleitet werden.

 

Fachliche Einbindung und Kommunikation als Erfolgsfaktoren einer IT-Strategie

Eine IT-Strategie muss innerhalb des Unternehmens auf breite Akzeptanz stossen. Um dies zu errei­chen, sollten:

  • alle betroffenen Parteien in die IT-Strategieerarbeitung einbezogen werden
  • die fachlichen Anforderungen der einbezogenen Parteien in der IT-Strategie ihren Niederschlag finden
  • die Ergebnisse der IT-Strategie gegenüber der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern in der Breite kommuniziert werden

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