ISO 26262 - Anforderungen und Hintergründe

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Die Produkthaftungsgesetzgebung (gemäß §823 BGB, §1 Abs.1 ProdHaftG, §4 GPSG) liefert die maßgebliche Motivation zur Realisierung von funktionaler Sicherheit: Der Hersteller muss bei der Produktentwicklung nach dem „Stand der Technik“ arbeiten, was Standards der funktionalen Sicherheit einschließt. Fahrlässige oder gar vorsätzliche Verletzung kann sogar zu staatsanwaltschaftlicher Ermittlung wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegen Einzelpersonen führen.

Bezüglich der Produktzulassung sind in Deutschland zwar Komponentenzulassungen durch den TÜV üblich und Zulassungen durch das Kraftfahrtbundesamt relevant, jedoch gibt es keine behördlichen Abnahmen von Fahrzeugen und deren Entwicklungsdokumentation und somit keine weitere Qualitätskontrolle.

Die OEMs der Automobilindustrie haben sich aus diesen Gründen das Ziel gesetzt, Fahrzeuge entsprechend der ISO 26262 zu entwickeln. Die ISO 26262 ist eine Automotive-branchenspezifische Ableitung des generischen Standards IEC (EN DIN) 61508. Sowohl OEMs als auch Zulieferer sind gefordert, denn Sie müssen ihre Entwicklungsprozesse und Produktlebenszyklen so anpassen, dass sie die Forderungen dieses Standards erfüllen.

Dieses Training vermittelt Ihnen Grundlagenwissen im Bereich funktionale Sicherheit. Die Forderungen der ISO 26262 werden Ihnen anhand eines Anschauungsbeispiels, welches die Theorie zum FuSi-Entwicklungszyklus begleitet, praxisnah nähergebracht. Sie lernen die wichtigsten Safety Analyse Methoden kennen und proben die praktische Umsetzung anhand von Fallstudien.

Inhalt

  • Begriffsabgrenzungen
    • Security, Safety, Functional Safety (Funktionale Sicherheit, FuSi)
  • Motivation für Funktionale Sicherheit
    • Produkthaftung
    • Forderung im Lastenheft
  • Verständnis von Funktionaler Sicherheit
    • Der Systembegriff
    • Hazards, kausale Faktoren, Unfall, Schutzziele
    • Gefahren- und Risikoanalyse, Automotive Safety Integrity Level (ASIL)
    • Konzept der Risikominderung, Sicherheitsfunktionen
  • Der FuSi-Entwicklungszyklus (Hardware, Software)
    • Sicherheitsanforderungen
    • Sicherheitsanalysen mit Methoden wie FMEA, FTA, etc.
    • Anforderungen an die Systementwicklung
    • Anforderungen an die Hardware Entwicklung
    • Anforderungen an die Software Entwicklung
    • Sicherheitsvalidierung
    • Sicherheitsaudits- und Assessments
    • Formulierung eines Safety Case
  • Entwicklung eines “Safety Element out of Context – SeooC”
  • Lieferantenüberwachung bzgl. Funktionaler Sicherheit
  • Zusammenspiel zwischen Automotive SPICE® und FuSi

Dokumentation

Zu Beginn erhalten die Teilnehmer/-innen einen Ordner, der die im Training verwendeten Unterlagen in Papierform enthält.

Zielgruppe

Projektleiter/-innen, Entwickler/-innen, Systemspezialisten/- spezialistinnen, Systemdesigner/-innen, Qualitätsmanager/-innen, Prozessmanager/-innen.

Voraussetzungen

Das Training richtet sich an Einsteiger/-innen ohne Vorkenntnisse bezüglich Funktionaler Sicherheit. Es ist jedoch technische Berufserfahrung in der Systementwicklung der Automotive-Industrie erforderlich.

Zertifikat

Die Teilnehmer/-innen erhalten eine Teilnahmebestätigung.

Preis

Der Trainingspreis pro Teilnehmer beträgt 950,00 EUR zzgl. MwSt.

Bonus

Der Trainingspreis beinhaltet die Teilnehmerunterlagen, die Getränke und das Mittagessen während der Veranstaltung.

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